We still don´t fight for flowers!

Das Jahr 2016 startete beschissen: Mit den Übergriffen der Silvesternacht in Köln, deren rassistische Vereinnahmung sich noch weit ins Frühjahr zog und der Auftakt für all den sexistischen und frauen-, trans-, homo- und interfeindliche Kack. Wir denken an die Wahl von Trump zurück, an den Fall Lohfink, an den Amoklauf im queeren Club „Pulse“ in Florida und an die AfD. Und damit ist die Aufzählung noch lange nicht abgeschlossen.
Wir denken sicher auch alle an Persönliches. An den x-tausendsten dummen sexistischen Spruch, an Herabsetzung, an Nicht-Ernst-genommen-werden, an Gewalt und Hass und daran, wer hier immer noch die Hausarbeit alleine macht und weniger verdient.
Wir dürfen nicht aufhören, solche Zustände anzuklagen und in die Öffentlichkeit zu tragen. Dabei soll es allerdings nicht bleiben: Wir müssen gemeinsam in die Zukunft schauen, unsere (Zwischen)Erfolge feiern und trotzdem weiter kämpfen und streiten.
So erlebten wir mit der Kampagne #ausnahmslos, die sich ausgehend von Köln gegen Rassismus, Sexismus und sexualisierte Gewalt aussprach, die erste große und medial wirksame feministische Kampagne 2016. Das deutsche Sexualstrafrecht ist bei „Nein heißt Nein“ angekommen, tausende Pol*innen demonstrierten erfolgreich gegen die Verschärfung des ohnehin restriktiven Abtreibungsrecht, die selbst ernannten „Lebensschützer“ bekamen bei ihren Märschen ordentlich feministischen Gegenwind, es gab einen großen und kraftvollen Protest von Betroffenen des Teilhabegesetzes gegen eben dieses und zum Frauen*kampftag am 8. März gab es viele kämpferische Demonstrationen und Aktionen.
Feministische Solidarität, Vernetzung und eine gemeinsame feministische Offensive gegen herrschende Missstände im Alltag oder in der Gesellschaft haben auch unser Jahr 2016 geprägt – und so soll es auch 2017 weiter vorwärts gehen. Im Februar starten wir wieder unsere feministische Veranstaltungsreihe in Thüringen, wollen Menschen erreichen und zusammen bringen, wollen gemeinsam demonstrieren, diskutieren und feiern – ob zum Frauen*kampftag oder gegen die Einschränkung unserer Rechte. Und: Wir wollen deiner Stimme Raum geben und gemeinsam mit dir offensiv für eine feministische Perspektive eintreten.
Los gehts, 2017. Ab jetzt hier und auf Frauen*kampftag Thüringen bei Facebook. Es gibt noch viel zu tun!

„Pick-Up-Artists“: Ein fragwürdiges Phänomen von ‚Verführung‘

Text: Christina Schmidt, Juni 2015

Flirten – diese erotisch konnotierte Annäherung zweier Personen ist in unserer heutigen Gesellschaft alltäglich. Es geht um das Spiel zwischen zwei Personen mit dem Ziel, sich näher zu kommen, sei es verbal oder physisch.
Die schöne und auf Freiwilligkeit basierende Auseinandersetzung mittels des Flirtens kann aber auch missbraucht werden, durch perfide Methoden, die alles andere als ein prickelndes Gefühl hinterlassen, sondern Angst und Bedrängung als Mittel zum Zweck haben: die Annäherung an eine andere Person, die im Geschlechtsverkehr mit eben jener Person enden soll. Diesen Missbrauch des Flirts zeigen par excellence die aktuellen Situationen zwischen so genannten „Pick-Up-Artists“ und Frauen*.
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„Pick-Up-Artists“ und Casanovas – eine künstlerische Technik der Liebe?

Text: fantifa.frankfurt, Juni 2015

In dem von der AWO getragenen Verein K12 (Kriegkstraße 12) im Frankfurter Gallus gibt es jüngst Auseinandersetzungen um die politische Ausrichtung des Vereins. Ende 2014 übernahm ein neuer Vorstand ruckartig die Leitung des Vereins. In dem neuen Vorstand der Kriegkstraße 12 ist ein selbsternannter „Pick-Up-Artist“ der Frankfurter Flirtagentur xxxx aktiv. Die Agentur möchte Männern* Techniken vermitteln, um „Frauen zu verführen“ xxxx. Der aktuelle Vorsitzende des K12, xxxx, verharmlost die Aktivitäten seines Mitstreiters xxxx und behauptet in der Frankfurter Rundschau xxxx sei „nicht frauenfeindlich”.
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Zahlreiche Politische Organisationen und Medienschaffende kämpfen gemeinsam mit Student*innenvertretungen gegen Sexismus und Zensur. Solidarität lässt sich nicht brechen. Sie wächst.

Am 02.03.2016 um 11 Uhr veröffentlichen abermals zahlreiche politische Organisationen und Medienschaffende innerhalb eines erweiterten Zusammenschlusses „zensierte“ Zeitungsartikel gegen Sexismus und sogenannte „Pick-up-Artists“. Diese Artikel waren zunächst in der Student*innenzeitung der Universität Frankfurt am Main publiziert worden und mussten nach einem Beschluss des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main aus dem Umlauf gezogen werden. Zur Begründung stellte das Gericht unter anderem fest, dass eine Student*innenschaft kein Recht habe, über einen Gegenstandsbereich zu berichten, der über die Hochschule hinausgehe. Als Protest gegen diese Einschränkung der politischen Handlungsfähigkeit von Student*innenschaften und als Zeichen der Solidarität veröffentlichten wenige Wochen später Student*innenvertretungen und -verbände in einem bundesweiten Zusammenschluss nun die zensierten Artikel erneut. Sie sind der Meinung, dass die Kritik an der Pick-up-Artist-Szene und Sexismus wichtig ist und selbstverständlich auch von Student*innen geleistet werden muss. Daraufhin ereilte die Student*innen eine Welle an Abmahnungen, die von einer privaten Medienrechtskanzlei ausging.

Davon lassen wir uns nicht einschüchtern, sondern antworten mit Solidarität und einem erweiterten Kreis an Unterstützer*innen. Es ist wichtig, öffentlich über die manipulativen und gewaltvollen Vorgehensweisen von Pick-up-Artists aufzuklären. Diese Kritik muss selbstverständlich auch Student*innenschaften möglich sein und darf nicht durch das rechtlich konstruierte sogenannte „Hochschulpolitische Mandat“ beschränkt werden. Die gerichtliche Trennung von Allgemein- und Hochschulpolitik ist willkürlich und daher unhaltbar. Diese Unterteilung basiert auf einer politischen Anschauung. Wenn Gerichte sich solche Entscheidungen anmaßen, urteilen sie de facto über politische Haltungen. Hochschulen sind Teil der Gesellschaft und Student*innen sind mit den gleichen Fragestellungen konfrontiert, wie in jedem anderen gesellschaftlichen Raum auch. Die Debatte um die „Pick-Up-Artist“-Szene ist somit ein weiterer Beweis dafür, dass Hochschule und Gesellschaft keine voneinander isolierten Bereiche sind.

Aus diesem Grund fordern wir nicht nur ein Ende sexualisierter Gewalt und von Sexismus, sondern werden auch weiterhin öffentlich dafür kämpfen.

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Still lovin´ feminism goes Radio

Am 8. März strahlt das Thüringer Bündnis in Kooperation mit Radio F.R.E.I. von 14 bis 18 Uhr eine feministische Radiosendung aus. Dabei sind feministische Texte und Reden von Frauen* gemischt mit guter Musik über den Livestream und auf UKW 96,2 MHz zu hören. Am Hirschgarten, dem Fischmarkt, auf dem Anger und in der Magdeburger Allee 11 könnt ihr die Sendung live mitverfolgen und euch mit den Organisator*innen und Interessierten über feministische Interventionen in Politik, Gesellschaft, Kultur und Medien austauschen.

Außerdem haben wir an den Ständen ein Give-away für euch, mit dem ihr die Forderungen des Frauen*kampftags in eure Straße, eure Schule, euren Hausflur, euren Arbeitsplatz oder weiter in die Welt bringen könnt.